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Österreichische Rotweine im Überblick

27.05.2026

ZWEIGELT 5.920 HA
Die Sorte wurde 1922 von Professor Fritz Zweigelt* aus Blaufränkisch und St. Laurent in Klosterneuburg gekreuzt und ist auch unter dem Synonym „Rotburger“ bekannt. Sie wurde aber erst nach 1950 im großen Stil angebaut. Zweigelt ist heute die meistverbreitete Rotweinrebe Österreichs Ihr Spektrum reicht von jung zu trinkenden, ohne Holz ausgebauten Weinen bis zu kraftvollen Gewächsen aus dem Barrique. Gerne wird sie als Cuvée-Partner eingesetzt, gut verträgt sie sich mit den „Eltern“, aber auch mit Cabernet & Co. Die fruchtig-österreichische Variante duftet nach Kirschen, ist samtig-rund und dezent-würzig. Die kraftvoll-internationale Stilistik zeigt Weichsel-Beeren-Aromen, Fruchttiefe und mehr Tannin. Bei aller Komplexität sind die Weine sehr harmonisch. Quelle ÖWM / Oberleithner

BLAUFRÄNKISCH 2.550 HA
Diese alte heimische Sorte ist vermutlich eine natürliche Kreuzung aus Sbulzina x Weißer Heunisch. Sie ist in Mitteleuropa unter verschiedenen Namen bekannt, z. B. Lemberger (DE), Kékfrankos (HU) oder Franconia (IT). Blaufränkisch ist vor allem im Burgenland, speziell im Mittelburgenland, am Leithaberg, in der Rosalia und am Eisenberg tonangebend, wird aber auch am Spitzerberg im Gebiet Carnuntum hochgehalten. Das typische Bukett der spätreifenden Sorte wird von tiefer Waldbeerenfrucht und delikater Würze geprägt, das Geschmacksbild ist feurig und lebendig, mit einer charakteristischen Säure. Blaufränkisch kann große Weine mit dichter Struktur und markanten Tanninen hervorbringen, die mit zunehmender Reife samtig-geschmeidige Facetten entwickeln. Quelle ÖWM / Oberleithner

MERLOT 816 HA
Merlot, die bei weitem häufigste Rebsorte in Bordeaux, ist eine Cabernet-Franc-Auskreuzung mit unbekannter zweiter Sorte. Merlot-Weine verfügen über große Rundheit und verführerische Samtigkeit. Die kleinen, dunklen Traubenbeeren verleihen dem Wein eine dichte, tiefe, granatrote Farbe. In Bordeaux ist er auf den Lehmböden des rechten Ufers vorherrschend (St. Émilion, Pomerol …). Der Merlot reift etwas früher als der Cabernet und liefert auch in Österreich sehr elegante Weine mit seidigen Tanninen und tiefer, pikanter Frucht. Daher eignet er sich hervorragend als Assemblagepartner für den strengeren Cabernet, aber auch für die heimischen Sortenstars Blaufränkisch und Zweigelt. Quelle ÖWM / Oberleithner

ST. LAURENT 588 HA
Die Sorte entstammt vermutlich einem Burgunder-Sämling. Im Ertrag sparsam, gilt sie im Weingarten als schwierig. Im Zuge verstärkten Qualitätsdenkens erlebt sie eine verdiente Renaissance. Speziell die Topwinzer der Thermenregion widmen sich leidenschaftlich dem St. Laurent, der auch Cuvées das gewisse Etwas verleiht. Der Name deutet auf den Lorenzitag (10. August), an dem sich die Beeren zu verfärben beginnen. Das Bukett ist fruchtbetont, mit Beeren, Weichseln und Zwetschken. Erst nach längerer Lagerung treten klassische Pinot-Noten auf. Die feine Herbe gepaart mit samtigen Tanninen machen ihn zu einem idealen Begleiter zu Schmorgerichten von Rind und Wild. Quelle ÖWM / Oberleithner

PINOT NOIR 603 HA
Die Pinot-Sorten leiten sich von einer Kreuzung Schwarzriesling x Traminer ab, die Aufspaltung der Beerenfarben (blau, grau, weiß) hat genetischen Hintergrund. Der Blaue Burgunder, französisch Pinot Noir, ist eine sensible Sorte, bringt aber auf idealem Standort, bei hoher Reife und gekonnter Vinifikation Spitzenweine. Charakteristisch ist die eher hellere Farbe. Typisch für das Bukett sind je nach Herkunft und Jahrgang Beeren, Dörrpflaumen sowie feine Mandel-Marzipan-Noten. Am Gaumen lebhaft und feurig, mit Würze und feiner Fruchtsäure, bringt die Sorte eher wenig Tannin. Manchmal fordernd und kapriziert, wirkt Pinot Noir oft schlank, kann aber gut lagerfähig sein. Quelle ÖWM / Oberleithner

CABERNET SAUVIGNON 569 HA
Die alte Bordeauxsorte – eine natürliche Kreuzung Cabernet Franc x Sauvignon Blanc – wurde um 1860 von Robert Schlumberger nach Österreich gebracht, konnte sich aber nicht durchsetzen. In den 1980er-Jahren machte die Sorte im Vormarsch der internationalen Reben Furore, vor allem durch ihr charaktervolles Aroma bei voller Reife. Heute ist ihr Anteil in Österreich relativ stabil. Sie wird vor allem als markant-würziger Cuvée-Partner für Merlot, Zweigelt und/oder Blaufränkisch eingesetzt. Der Ausbau in Barriques ist dabei fast obligat, denn der Sortentypus wird damit effektvoll ergänzt. Bei Erreichen einer hohen Traubenreife sind auch in Österreich feine, komplexe Cabernets möglich. Quelle ÖWM / Oberleithner

BLAUER WILDBACHER 520 HA
Der Blaue Wildbacher ist ein Heunisch-Sämling, nahe verwandt mit Blaufränkisch. Er wird heute vor allem in der Weststeiermark gepflegt, wo er als roséfarbener „Schilcher“ längst zum Gebietsklassiker geworden ist. Seine typischste Ausprägung erreicht er dort seit dem Jahrgang 2018 als Weststeiermark DAC. Mit seiner markanten Aromatik und der zupackenden Säure ist der Schilcher ein exzellenter Begleiter zu herzhaften Schmankerln. Auf Gneis- und Schieferböden wird der Schilcher zu einer wertvollen regionalen Spezialität mit betörend würzigem Cassis-Bukett und beträchtlichem Reifepotenzial. Das Farbspektrum reicht von Zwiebelschale bis Erdbeerton, die Palette der Ausbauvarianten, neben dem klassischen Schilcher, vom Frizzante über Rotweine mit kernigen Tanninen bis zu Prädikatsweinen und Destillaten. Quelle ÖWM / Oberleithner

BLAUER PORTUGIESER 425 HA
Der Blaue Portugieser ist wahrscheinlich eine Kreuzung aus den Sorten Sbulzina und Sylvaner. Noch heute ist der Portugieser in der Thermenregion unter den häufigsten Rotweinsorten. Bei höheren Erträgen sind einfachere Weine die Regel, mit eher neutraler Aromatik und dezenter Frucht. Angenehm rund, mit milder Säure und wenig Gerbstoff, sind sie unkomplizierte, anpassungsfähige Speisenbegleiter. Ihre rasche Entwicklung erlaubt entsprechend wenig Lagerzeit, doch Ausnahmen bestätigen die Regel: In guten Jahren und bei strenger Ertragsbeschränkung sind kräftige, extraktreiche Sortenvertreter möglich. Quelle ÖWM / Oberleithner

WEITERE ROTE REBSORTEN
BLAUBURGER (418 HA)
Kreuzung aus Blauer Portugieser x Blaufränkisch; bringt dunkle, kräftige Weine.

ROESLER (284 HA)
Pilzresistente Neuzüchtung (PIWI), speziell für biologischen Anbau; schöne Beerennote, opulente, tanninreiche Weine.

SYRAH (SHIRAZ) (150 HA)
Aus der Rhônesorte entstehen v. a. im Burgenland schöne Weine.

CABERNET FRANC (111 HA)
In Österreich v. a. in Cuvées eingesetzt.

RÁTHAY (55 HA)
Mehltau- und frostresistente Neuzüchtung; volle, extraktreiche Weine.

ROSENMUSKATELLER (9 HA)
Aus hochreifen geschrumpften Beeren gelingen hochgradige Süßweine.

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