Zum Inhalt springen

Österreichische Weißweine im Überblick

20.05.2026

GRÜNER VELTLINER 14.296 ha
Die wichtigste Weißweinsorte in Österreich ist der Grüne Veltliner. Er stammt einerseits vom Traminer ab, auf die zweite Elternsorte weist ein jahrhundertealter Rebstock hin, der in St. Georgen bei Eisenstadt gefunden wurde. Seine wichtigsten Anbaugebiete liegen in Niederösterreich vom Donauraum bis ins Weinviertel, er kommt aber auch im Burgenland und Österreichs Nachbarländern vor.

Der Grüne Veltliner ist als frischer, trockener Wein ungemein beliebt. Seine lagerfähigen, kraftvollen Varianten aus erstklassigen Rieden zählen zu den großen Weißweinen der Welt. Gemeinsames Merkmal ist der pikante Mix aus Frucht und pfeffriger Würze, ergänzt von harmonischer Säure. Das macht den Grünen Veltliner zu einem der universellsten Speisenbegleiter überhaupt. Quelle ÖWM/Oberleitner


WELSCHRIESLING 2.774 HA

Der Welschriesling könnte aus Friaul stammen. Als nächster Verwandter gilt der Elbling. Synonyme sind Ryzling vlašský (CZ, SK), Olaszrizling (HU), Riesling Italico (IT), Graševina (HR) und Laški Rizling (SL). In Österreich reicht das Spektrum der Sorte vom säurebetonten Sektgrundwein aus dem Weinviertel über kernige steirische Buschenschank-Bestseller bis zu edelsüßen Prädikatsweinen aus dem Burgenland, bei denen die Sorte ihren höchsten Ausdruck und das größte Reifepotenzial erreicht. Der Sortencharakter ist würzig-frisch, mit grünem Apfel, Zitrus und etwas Heublumen. Typisch ist eine lebendige Säure. Bei Prädikatsweinen betört der komplexe, pikante Duft. Quelle ÖWM/Oberleitner


RIESLING 2.025 HA
Die Sorte heißt eigentlich Weißer Riesling. Sie wird auch gerne Rheinriesling genannt, um sie vom nicht verwandten Welschriesling zu unterscheiden. Sie wurde vermutlich aus Wildreben am Rhein selektiert und weiterentwickelt. In Spitzenjahren bringt der Riesling hohe Reife unterstützt von einer komplexen Säurestruktur. Auf Urgesteinsböden entwickelt er eine markante, mineralische Würze. Jugendliche Rieslinge zeigen elegante Steinobstfrucht (Pfirsich, Marille) mit zitronig-frischen und exotischen Noten (Stachelbeere). Rieslinge entwickeln sich kontinuierlich und zeigen im „zweiten Leben“ oft einen gewissen Petrolton. Das gilt speziell für Reserven im Spät- und Auslesebereich (oder Wachauer Smaragd). Quelle ÖWM/Oberleitner


CHARDONNAY 1.927 HA
Die international, neben dem Riesling, bekannteste Weißweinsorte ist in vielen Weinbaugebieten verbreitet. Im Stile der großen weißen Burgunder erfolgt der Ausbau normalerweise im kleinen Holzfass, oft mit biologischem Säureabbau. Darüber hinaus werden zum Beispiel in Österreich und Norditalien auch frische, fruchtige Chardonnays meist im Stahltank ausgebaut, wie klassischer Morillon (Chardonnay) aus der Steiermark. Beim Chardonnay ohne Holz dominieren Frucht und elegante Würze. Im Barrique ausgebaut, treten buttrig-röstige Noten auf, mit Weißbrot, Dörrobst, Rosinen und Kokos. Eigenständige Varianten vereinen die „österreichische“ Frucht mit der internationalen Stilistik. Quelle ÖWM/Oberleitner


WEISSBURGUNDER 1,848 HA
Die Sorte ist international weit verbreitet und hat viele Synonyme: Weißer Burgunder, Klevner (AT, DE), Pinot Blanc (CH, FR), Fehér Burgundi (HU), Pinot Bianco (IT). Sie ist die genetisch jüngste Sorte der großen Burgunderfamilie. Klassisch ausgebaut sind Weißburgunder in der Jugend eher ruhig, aber gehaltvoll, mit zart blumiger Aromatik und eleganter Säure. Der feine Duft erinnert gelegentlich auch an reife Äpfel. Bei längerer Lagerung kann sich ein zarter Nuss- oder Mandelton entwickeln. Mit viel Extrakt und Substanz ausgestattet, zeigt sich die Sorte bei entsprechender Reife mit großer Eleganz und wohldosierter Kraft. Der Ausbau erfolgt meist im Stahltank oder im großen Holzfass. Quelle ÖWM/Oberleitner


SAUVIGNON BLANC 1.740 HA
Der Sauvignon Blanc stammt vermutlich aus einer Kreuzung Traminer x Chenin Blanc. Die Sortenklassiker sind Sancerre und Pouilly-Fumé von der Loire. In Österreich erreicht die Sorte auf steilen Muschelkalklagen in der Steiermark echte Weltklasse. Während früher eine schotige Aromatik verbreitet war, stehen heute reife Varianten mit elegantem Körper im Vordergrund. Charakteristisch ist die große Aromenvielfalt von Johannisbeeren über Kräuter und Schoten bis zu Steinobstnoten. Eine frische, reife Säure unterstreicht die lebhafte Art selbst bei hoher Reife. Große Sauvignons werden zum Teil in Barriques ausgebaut, wobei die Holznote perfekt eingebunden sein muss. Quelle ÖWM/Oberleitner


MUSKATELLER 1.543 HA

Die uralte Rebsorte Muskateller stammt aus dem Mittelmeerraum der Antike und ist weltweit verbreitet (Muscat blanc à petits grains (FR), Sárga Muskotály (HU), Moscato Bianco (IT), Rumeni Muscat (SL)). In Österreich ist der rassig-pikante Vertreter der großen Muskatfamilie in den Spielarten Gelber und Roter Muskateller beliebt. Das intensive Bukett umfasst florale Akzente, frische Zitrusnoten, feine Kräuterwürze und duftiges Muskatparfüm. Das meist schlanke, doch gut strukturierte bis kompakte Geschmacksbild ist von traubig-weiniger Finesse mit nervig-vibrierender Fruchtsäure geprägt. Der vielseitige Muskateller eignet sich besonders als animierender Aperitif. Quelle ÖWM/Oberleitner

MÜLLER THURGAU 1.195 HA
Die Rebsorte wurde vom Schweizer Botaniker Hermann Müller in Geisenheim gekreuzt. Lange Zeit wurden Riesling und Sylvaner als Elternsorten angenommen (daher auch das Synonym Rivaner). In Wahrheit handelt es sich um eine Kreuzung Riesling x Madeleine Royale. Die Sorte reift sehr früh, wird gern als Primeur- oder Jungwein angeboten und frisch getrunken. Auf der anderen Seite des Reifespektrums werden auch Prädikatsweine erzeugt. Der eleganten, dezenten Aromatik der Trauben entsprechen blumig-feine Muskatanklänge und zartfruchtige, meist traubige Noten im Duft. Das Geschmacksbild ist meist mild in der Säure, rund und harmonisch, elegant im Abgang. Quelle ÖWM/Oberleitner


PINOT GRIS 323 HA
Die Sorte kam schon im 14. Jahrhundert durch die Zisterziensermönche aus Burgund nach Österreich und Ungarn, wo sie noch heute als „Szürkebarát“ (= Grauer Mönch) bekannt ist. Ihr stilistisches Spektrum reicht vom leichten Pinot Grigio Oberitaliens über die volleren Ruländer Deutschlands bis hin zu den komplexen Pinot Gris aus dem Elsass. In Österreich tritt der Pinot Gris (Grauburgunder) vereinzelt an der Donau und im Burgenland auf. In der Steiermark ist der Grauburgunder zumeist der kräftigste Wein im Sortiment eines Betriebes. Gelungene Exemplare mit hoher Reife, gutem Körper und geschmeidiger Fülle reifen ausgezeichnet und erhalten ihre konzentrierte Art. Dies gilt auch für die süßen Sortenbeispiele. Quelle ÖWM/Oberleitner


WEITERE WEISSE REBSORTEN
MUSKAT OTTONEL (MUSCATO) (313 HA)
Muskatvariante aus Chasselaskreuzung. Am besten als milde Spät- und Auslesen.

SCHEUREBE (SÄMLING 88) (293 HA)
1916 vom dt. Rebzüchter Georg Scheu aus Riesling und Bukettraube gezüchtet.Bringt im Burgenland tolle Prädikatsweine.

TRAMINER (263 HA)
Der Traminer wurde vermutlich schon von den Römern aus Wildreben ausgelesen (vitis aminea).

FRÜHROTER VELTLINER (MALVASIER) (227 HA)
Kreuzung Roter Veltliner x Sylvaner. Frische, leichte Sommerweine.

GEMISCHTER SATZ (239 HA*)
Im Gegensatz zu einer Cuvée (= Verschnitt fertiger Weine) entsteht der Gemischte Satz durch die Vermischung von Trauben unterschiedlicher Rebsorten vor der gemeinsamen Verarbeitung. Strenger geregelt ist der Wiener Gemischte Satz DAC (sh. S. 33). * Fläche für Gemischten Satz ist nur für Wien statistisch erfasst.

NEUBURGER (235 HA)
Die Sorte ist eine österreichische Spezialität – eine natürliche Kreuzung aus Roter Veltliner x Sylvaner.

ROTER VELTLINER (203 HA)
Die alte österreichische Rebsorte nimmt durch ihre genetische Rolle als Kreuzungspartner bei Neuburger, Zierfandler oder Rotgipfler eine besondere Stellung innerhalb der Veltlinerfamilie ein.

BOUVIER (201 HA)
Stammt aus der slowenischen Steiermark. Abnehmende Bedeutung.

ROTGIPFLER (111 HA)
Der Rotgipfler ist eine natürliche Roter Veltliner x Traminer Kreuzung und stammt wie der Zierfandler vermutlich aus der Thermenregion

ZIERFANDLER (62HA)
Auch der Zierfandler ist eine natürliche Kreuzung aus Rotem Veltliner sowie einer Traminer-ähnlichen Sorte und eine Spezialität der Thermenregion.

BLÜTENMUSKATELLER (124 HA)
Russiche Kreuzung Severnyj x Muskat. Pilzwiderstandsfähige Sorte (PIWI).

MUSCARIS (97 HA)
Pilzwiderstandsfähige Kreuzung Solaris x Muskateller. Erinnert an Muska teller.

DONAURIESLING (81 HA)
Rheinriesling x Fr 589-54 (SV12481x (RU x GU)). PIWI-Sorte, erinnert anRiesling.

SOUVIGNIER GRIS (76 HA)
Kreuzung Seyval blanc x Zähringer. PIWI-Sorte, erinnert an Ruländer.

DONAUVELTLINER (62 HA)
PIWI-Züchtung aus Grüner Veltliner x Seyval blanc (SV 5276). Erinnert an Grünen Veltliner.

GOLDMUSKATELLER (50 HA)
Vermutlich Kreuzung aus Gelbem Muskateller mit einer unbekannten Sorte. Weine mit Muskatnote, sowohl trocken als auch süß ausgebaut.

FURMINT (35 HA)
Tokajisorte, in Österreich heute eine Rariät. Schöne Weine aus Rust.

GOLDBURGER (29 HA)
Orangetraube x Welschriesling. Abnehmende Bedeutung.

SYLVANER (GRÜNER SYLVANER) (23 HA)
Die österreichische Sorte stirbt in der Heimat aus, brilliert aber in Franken.

JUBILÄUMSREBE (2 HA)
Grauer Portugieser x Frühroter Veltliner – im Aussterben begriffen.
Quelle ÖWM/Oberleitner

Zum Warenkorb hinzugefügt

Zum Warenkorb